KoR IFRS
Kapitalmarktorientierte Rechnungslegung
Stand: Februar 2018

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KOR vom 02.02.2018, Heft 02, Seite 102 - 103, KOR1260308
KoR > Rechnungslegung und Investor Relations > Aufsatz

Change before you have to

– Über die Zukunft der Finanzberichterstattung in einer digitalen Welt –

Prof. Dr. Henning Zülch / Carl W. Weuster, M.Sc.

Prof. Dr. Henning Zülch und Carl W. Weuster, M.Sc., beide HHL – Leipzig Graduate School of Management, Leipzig. Prof. Zülch ist darüber hinaus Mitglied im Fachbeirat der KoR.

Die Digitalisierung verschiebt die Möglichkeiten der Finanzberichterstattung – und damit die an sie gestellten Erwartungen. Für die betroffenen Unternehmen resultieren hieraus nicht nur technologische sowie finanzielle, sondern auch kommunikations- und machtpolitische Herausforderungen. Mehr als zuvor müssen sie sich darauf einstellen, die Entscheidungshoheit darüber, welche Informationen potenziell entscheidungsnützlich und wesentlich sind, mit ihren Adressaten zu teilen. Der vorliegende Beitrag erörtert diesen Wandel und die Strategien, die den Unternehmen im Umgang mit ihm offenstehen.

Artikel-Inhalt

  • I. Die Grenzen der Berichterstattung
  • II. Umkämpfte Deutungshoheit
  • III. Alte und neue Rollenbilder
  • IV. Wandel und seine Alternativen

I.Die Grenzen der Berichterstattung

Die Digitalisierung führt in vielen Bereichen der Arbeitswelt zu tiefgreifenden Veränderungen. Dies gilt auch für die Unternehmenskommunikation sowie ihr Teilgebiet, die Finanzberichterstattung. So verkürzt der Einsatz moderner IT zunächst die durchschnittliche Zeit, die benötigt wird, um finanzielle Informationen zusammenzustellen, aufzubereiten und zu präsentieren (Ghasemia et al. (2011)). Entscheidend für die künftige Gestalt der Berichterstattung wird jedoch nicht die Frage, wie schnell, sondern vor allem, worüber Unternehmen berichten werden. Schon der Blick auf eine Auswahl der aktuell diskutierten Möglichkeiten verdeutlicht, wie umfassend dieser Wandel – potenziell – sein wird.

In vielen westlichen Industrieländern steigt der Anteil der Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und andere Off Balance-Items gegenüber solchen in materielle Werte, wie Immobilien und Maschinen, kontinuierlich an. Hieraus ergibt sich mittelfristig ein Bedeutungsverlust

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