KoR IFRS
Kapitalmarktorientierte Rechnungslegung
Stand: Januar 2019

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KOR vom 04.01.2019, Heft 01, Seite 9, KOR1277686
KoR > Aufsatz

IFRS 15 und die Zweifelsfrage der Kombinierung von Einzelverträgen

Dr. Marc Schild

Dr. Marc Schild, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Wirtschaftsprüfung an der Universität des Saarlandes, Saarbrücken.

Nach Paragraf 4 des IFRS 15 stellt im Grundsatz der jeweilige Kundenvertrag die Rechnungslegungseinheit für die dort normierte Erfassung von Umsatzerlösen dar. In praxi können aber mehrere Verträge mit dem Ziel einer ökonomischen Gesamtwirkung ausgehandelt werden. Einen solchen Fall greift das IFRS IC in einer Agendaentscheidung vom März 2018 auf. Anhand der Analyse des vom IFRS IC diskutierten Sachverhalts wird im Beitrag herausgearbeitet, unter welchen Umständen eine Zusammenfassung mehrerer Kundenverträge zu einer Rechnungslegungseinheit als möglich oder gar geboten erscheint.

Artikel-Inhalt

  • I. Einleitung
  • II. Der in der Agendaentscheidung des IFRS IC vom März 2018 zur Entscheidung stehende Fall
  • III. Die Auffassung des IFRS IC und die Gegenmeinungen der Kommentierenden
    • 1. Die Auffassung des IFRS IC
    • 2. Die Gegenmeinungen der Kommentierenden
  • IV. Die Streitfrage der Rechnungslegungseinheit – Eigene Analyse und Auffassung
    • 1. Die Bedeutung der Frage
    • 2. Die (Nicht-)Erfüllung der Tatbestandsmerkmale des IFRS 15.17
    • 3. Der Charakter des IFRS 15.17 als Ausnahmenorm
    • 4. Der Sinn und Zweck des IFRS 15.17
    • 5. Plädoyer für eine mit der Agendaentscheidung konform gehende Kombinierung von Einzelverträgen
  • V. Zusammenfassung

I.Einleitung

Im März 2018 hat sich das IFRS IC in einer (finalen) Agendaentscheidung zu mehreren Zweifelsfragen hinsichtlich der Anwendung des IFRS 15 geäußert. Eine davon betrifft die Bestimmung des Zeitpunkts respektive Zeitraums der Umsatzvereinnahmung bei wirtschaftlich verbundenen Kundenverträgen. Im vorliegenden Beitrag wird zunächst der in der Agendaentscheidung behandelte Fall skizziert (Kapitel II.). Anschließend erfolgt im dritten Kapitel mit Blick auf die Falllösung eine Darstellung der vom IFRS IC vertretenen Auffassung (Abschn. III.1.). Ferner werden diese Ansicht ablehnende Stimmen aus der Rechnungslegungspraxis präsentiert (Abschn. III.2.). Darauf aufbauend soll durch eine eigene Analyse des IFRS 15 die Frage beantwortet werden, inwieweit verschiedene Verträge zu einer Rechnungslegungseinheit zusammengefasst werden müssen (Kapitel IV.). Im fünften und letzten Kapitel werden die wesentlichen Ergebnisse überblicksartig veranschaulicht.

II.Der in der Agendaentscheidung des IFRS

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