KoR IFRS
Kapitalmarktorientierte Rechnungslegung
Stand: Januar 2019

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KOR vom 04.01.2019, Heft 01, Seite 14 - 20, KOR1274980
KoR > Aufsatz

Risikoexposition deutscher Unternehmen vor und nach der Krise

– Eine Analyse anhand der Zinssensitivitäten nach IFRS 7 –

Prof. Dr. Michael Meser / WP/StB/ACA Thomas Rinderer / Prof. Dr. Philipp Reinbacher

Prof. Dr. Michael Meser ist Professor für Betriebswirtschaftslehre, insb. Finanzmanagement an der Hochschule Fresenius, Hamburg.

WP/StB/ACA Thomas Rinderer ist geschäftsführender Gesellschafter der TS.advisory GbR, Stuttgart.

Prof. Dr. Philipp Reinbacher ist Professor für Betriebswirtschaftslehre, insb. Controlling an der Hochschule Fresenius, Hamburg. Weitere Informationen finden sich unter www.hochschule-fresenius.de und www.ts-advisory.com.

Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Marktentwicklung setzt sich der vorliegende Beitrag zum Ziel, die Risikoexposition deutscher Unternehmen im Hinblick auf Marktrisiken vor und nach der Finanzkrise zu untersuchen. Als Basis zur Quantifizierung der Risikoexposition dienen die Angaben des IFRS 7 und im Speziellen die hiernach angeforderte Sensitivitätsanalyse. Dabei stellen sich unter den verschiedenen Sensitivitäten einzig die Sensitivitäten gegenüber Zinsänderungen als für Vergleiche geeignet heraus. Letztere werden sodann für die Dreijahreszeiträume vor und nach der Finanzkrise herangezogen und gegenübergestellt. Hierbei zeigt sich, dass die Risikoexposition deutscher Großkonzerne nach der Finanzmarktkrise gesunken ist. Als belastbare Erklärung dient die für die Stichprobenunternehmen beobachtbare Entwicklung weg von variabler hin zu fixer Verzinsung.

Artikel-Inhalt

  • I. Einleitung
  • II. Sensitivitäten nach IFRS 7 als Maß für die Risikoexposition
    • 1. Eignung gängiger Verfahren
    • 2. Sensitivitäten zum Zinsänderungsrisiko
  • III. Empirische Untersuchung
    • 1. Methoden
    • 2. Stichprobe
    • 3. Ergebnisse
  • IV. Erklärungsmuster
    • 1. Vorüberlegungen
    • 2. Rückgang des Anteils des Finanzergebnisses an der Gewinngröße bzw. höhere Eigenkapitalbuchwerte
    • 3. Rückgang des Anteils variabel verzinslicher Verbindlichkeiten innerhalb des gesamten Fremdfinanzierungsvolumens
  • V. Zusammenfassung

I.Einleitung

Vor gut einem Jahrzehnt hat die Subprime-Krise das weltweite Wirtschaftsgefüge ins Wanken gebracht. Ihre Auswirkungen auf die Finanzwirtschaft sind noch heute zu spüren. Als einer der Hauptgründe für die Krise gilt Kapitalmarktversagen, ausgelöst durch fehlerhafte Risikobeurteilungen in Bezug auf intransparente Finanztransaktionen. In die Reihe der Schuldigen lassen sich zahlreiche Akteure einordnen, angefangen bei Banken und Ratingagenturen bis hin zu Aufsichtsbehörden sowie der externen Rechnungslegung. Neben dem Misstrauen in die Märkte und dem damit einhergehenden konjunkturellen Abschwung sorgte insb. die massive Abwertung von Vermögenswerten dafür, dass sich teils gestandene Unternehmen am Rande der Insolvenz wähnten. Eine zentrale Rolle spielten die aus dem Einsatz von Finanzinstrumenten entstehenden Marktrisiken, die sich aus möglichen Wertänderungen eines Finanzinstruments infolge von Bewegungen in Wechselkursen, Zinssätzen oder sonstigen Preisen (z.B. Aktienkurse)

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