KoR IFRS
Kapitalmarktorientierte Rechnungslegung
Stand: Juni 2018

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KOR vom 01.06.2018, Heft 06, Seite 261 - 267, KOR1264263
KoR > Aufsatz

IFRS 15 und IFRS 16: Wenn zwei Schwergewichte aufeinander treffen

WP/StB Andrea Bardens / WP/StB Kai Czymoch / Dr. Christoph Wallek

WP/StB Andrea Bardens ist Partnerin bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers GmbH, Frankfurt/M. (PwC) und mitverantwortlich für die Themen Umsatzrealisierung und Leasing innerhalb des Bereichs Capital Markets & Accounting Advisory Services. WP/StB Kai Czymoch (Senior Manager) und Dr. Christoph Wallek (Manager) beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Umsatzrealisierung und Leasing bei PwC in diesem Bereich. Die Autoren geben ausschließlich ihre eigene Auffassung wieder.

Mit den IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ und IFRS 16 „Leasingverhältnisse“ hat das IASB zwei „Schwergewichte“ mit erstmaliger Anwendung für beide Standards mit einem Zeitversatz von maximal einem Jahr veröffentlicht. Zusätzlich ist ab 2018 IFRS 9 „Finanzinstrumente“ anzuwenden. Die Implementierung und praktische Anwendung stellt die IFRS-Bilanzierer vor große Herausforderungen. Einerseits kann es im Einzelfall zu umfassenden Änderungen bereits durch Einführung des jeweiligen Standards kommen, andererseits bergen insb. die Schnittstellen des Scope der beiden Standards bei der Implementierung einige Herausforderungen. Der folgende Beitrag zeigt anhand von praxisorientierten Anwendungsfällen, wo IFRS 15 und IFRS 16 aufeinander treffen und wie hierbei entstehende Fragen angegangen werden können.

Artikel-Inhalt

  • I. Einleitung
  • II. Wechselwirkungen zwischen IFRS 15 und IFRS 16
  • III. Herausforderungen in der Praxis (Anwendungsbeispiele)
    • 1. Identifizierung des Vertrags/Bestimmung der Gegenleistung
    • 2. Mehrkomponentenverträge mit und ohne Mindestabnahmemenge
    • 3. Abgrenzung der Leasingvereinbarung von anderen Leistungen (Leasinggeber)
    • 4. Allokation und Bestimmung des Einzelveräußerungspreises/Berücksichtigung einer Finanzierungskomponente im Leasingverhältnis
    • 5. Berücksichtigung von Modifikationen
  • IV. Fazit

I.Einleitung

Sowohl IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ als auch IFRS 16 „Leasingverhältnisse“ liefern aufgrund ihrer detaillierteren und umfangreicheren Anwendungsleitlinien mit vielfältigen neu auftretenden Auslegungsfragen im Vergleich zu den jeweiligen aktuellen Regelungen seit ihrem Erscheinen viel Stoff für fachliche Diskussionen. Für die Praxis bedeutet die Veröffentlichung der beiden Regelwerke eine notwendige, tiefgehende Auseinandersetzung mit den vorliegenden Geschäftsmodellen und Prozessen sowie dem aktuellen Vorgehen im Rahmen der Umsatzrealisierung und des Leasings. Es zeigt sich bereits, dass bisher aufgrund mangelnder Vorgaben gewählte, eingeschliffene Vorgehensweisen nicht mehr uneingeschränkt beibehalten werden können. Die Neuerungen führen teilweise zu umfangreichen Eingriffen in die Prozess- und Systemlandschaft, besonders dort, wo aufgrund der Vielzahl der Transaktionen nicht auf manuelle Anpassungen zurückgegriffen werden kann. Dies gestaltet sich, insb. aufgrund

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