KoR IFRS
Kapitalmarktorientierte Rechnungslegung
Stand: April 2018

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KOR vom 06.04.2018, Heft 04, Seite 185 - 190, KOR1257722
KoR > Aufsatz

Zur Prädiktionsfähigkeit des Sentiments von Finanzberichten

Prof. Dr. Jan-Hendrik Meier / Walid Esmatyar, M.A. / Rasmus Frost, B.A.

Prof. Dr. Jan-Hendrik Meier ist Professor für ABWL und Kostenmanagement am Institut für Rechnungswesen und Revision der Fachhochschule Kiel.

Walid Esmatyar, M.A. ist Research Associate am Institut für Rechnungswesen und Revision der Fachhochschule Kiel.

Rasmus Frost, B.A. ist Research Associate am Institut für Rechnungswesen und Revision der Fachhochschule Kiel.

In der Studie wird die Prädiktionsfähigkeit des Tonfalls bzw. des Sentiments von 10-K-Jahres- und 10-Q-Quartalsabschlüssen für die künftige Unternehmensentwicklung untersucht. Der Sentimentindikator wird dabei auf Basis der für Finanztexte entwickelten Wortlisten von Loughran/McDonald und Henry sowie auf Basis einer herkömmlichen Wortzählung und der tf-idf-Gewichtung errechnet. Der Sentimentindikator hat sowohl für das unmittelbar folgende Quartal als auch für das daran anschließende Quartal signifikante inkrementelle prognostische Qualität. Der Umfang und Inhalt der genutzten Wortlisten bzw. die Gewichtungsmethodik der Wörter zeigen nicht den aufgrund der vorliegenden Literatur zu erwartenden Einfluss auf die Prognosegüte.

Artikel-Inhalt

  • I. Einleitung
  • II. Literaturüberblick und aktueller Stand der Forschung
  • III. Stichprobe und Methodik
  • IV. Ergebnisse und Diskussion
  • V. Zusammenfassung

I.Einleitung

Sowohl professionelle Finanzanalysten als auch interessierte Privatanleger haben in den letzten Jahrzehnten ihre Kompetenzen im Umgang mit (Jahres-)Abschlussdaten ausbauen können. Zunehmend ausgereifte computergestützte Analysetools helfen den genannten Personengruppen dabei, die immer weiter steigende Flut an Informationen möglichst effizient, verzerrungsfrei und entscheidungsrelevant aufzubereiten. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass die technische Unterstützung sich nahezu vollständig auf quantitative Finanzdaten bzw. Kennzahlen konzentriert, während qualitative Finanzdaten, also vorwiegend Texte, kaum in die Analyse einbezogen werden. Dies hat auch gute Gründe: Kennzahlen gelten gegenüber Textdaten aufgrund ihrer besseren Überprüfbarkeit als verlässlicher und weniger manipulierbar, wohingegen dem Abschlussersteller bei textuellen Daten ein recht weiter Ermessensspielraum beigemessen wird.

Zahlreiche Studien zeigen, dass auch die Texte von Jahresabschlüssen wichtige

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