KoR IFRS
Kapitalmarktorientierte Rechnungslegung
Stand: November 2017

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KOR vom 03.11.2017, Heft 11, Seite 479 - 486, KOR1249674
KoR > Aufsatz

SAPs und CAPs – Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Ermessensentscheidungen sowie Schätzunsicherheiten nach IFRS und US-Normen

Prof. Dr. Rolf Uwe Fülbier / Hendrik Rupertus, M.Sc. / Julian Bielig, B.Sc.

Prof. Dr. Rolf Uwe Fülbier ist Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Rechnungslegung an der Universität Bayreuth. Hendrik Rupertus, M.Sc., ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter an diesem Lehrstuhl. Julian Bielig, B.Sc., ist Master-Student im Bereich Finance, Accounting, Controlling and Taxation (FACT) an der Universität Bayreuth. Die Autoren danken Marcus Bravidor für seine Hinweise.

Bilanzansatz und Bewertung basieren in der komplexen kapitalmarktorientierten Rechnungslegung zunehmend auf Schätzunsicherheiten und Ermessensentscheidungen. Um den Abschlussadressaten ein diesbezügliches Verständnis zu vermitteln, kommt der Berichterstattung über wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Ermessensentscheidungen sowie Schätzunsicherheiten eine besondere Bedeutung zu. Der vorliegende Beitrag widmet sich dieser Berichterstattung bei deutschen und US-amerikanischen Unternehmen. Die Ergebnisse offenbaren deutliche Unterschiede sowohl bei der Regulierung als auch Umsetzung der Berichterstattung. Vor dem Hintergrund einer effektiven Rechnungslegung stellt sich vor allem die Frage, wie entscheidungsnützlich die Informationen zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind und welche Änderungen sich durch die Disclosure Initiative des IASB ergeben.

Artikel-Inhalt

  • I. Einleitung
  • II. Regulatorischer Hintergrund
    • 1. IFRS
    • 2. US-GAAP im Vergleich zu IFRS
    • 3. SEC-Regulierung als zusätzliche Besonderheit des US-Systems
  • III. Literatur zur empirischen Evidenz
  • IV. Empirische Untersuchung
    • 1. Datengrundlage und Vorgehen
    • 2. Ergebnisse
  • V. Würdigung & Fazit

I.Einleitung

Die kapitalmarktorientierte Rechnungslegung nach IFRS und US-GAAP soll entscheidungsrelevante Informationen zur Verfügung stellen. Dies geht mit dem Versuch einher, die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens möglichst neutral abzubilden, insb. Chancen und Risiken gleich zu gewichten. Um aber Chancen und Risiken abbilden zu können, muss die Bilanzierung die Erwartungen über künftige Potenziale, z.B. über beizulegende Zeitwerte, abschätzen und begibt sich damit zwangsläufig in den Bereich der Unsicherheit und des Ermessens. Anders als bei nichtkapitalmarktorientierten Rechnungslegungssystemen, wie dem HGB, gilt dies nicht nur für den Risikofall, z.B. bei einer Wertentwicklung unter den historischen Kosten oder einer Rückstellungsbildung, sondern gerade auch für die Chancensituation. Prospektive Informationen erfordern im Regelfall, also abseits effizienter Märkte, für die in Rede stehenden Vermögenswerte und Schulden komplexe, annahmebehaftete Bewertungsmodelle, die neben den

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