KoR IFRS
Kapitalmarktorientierte Rechnungslegung
Stand: Februar 2017

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KOR vom 03.02.2017, Heft 02, Seite 79 - 85, KOR1217889
KoR > Aufsatz

Auf hohem Niveau schwierig!? – die Lesbarkeit der Finanzberichterstattung im internationalen Vergleich

– Eine empirische Analyse für Deutschland, Großbritannien und Frankreich –

Hendrik Rupertus / Marcus Bravidor / Florian Kaiser

Hendrik Rupertus und Marcus Bravidor sind Wissenschaftliche Mitarbeiter am Lehrstuhl für Internationale Rechnungslegung (Prof. Dr. Rolf Uwe Fülbier) an der Universität Bayreuth.

Florian Kaiser ist Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsassistent der Partnerschaft Flick Gocke Schaumburg, Bonn.

Die Verständlichkeit der Finanzberichterstattung ist eine wichtige Voraussetzung für die Erfüllung der Informationsfunktion. Die Analyse der Lesbarkeit von englischsprachigen Finanzinformationen (Brief des Vorstandsvorsitzenden, Anhangangaben zu IAS 12 und IFRS 3) börsennotierter Unternehmen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien zwischen 2009 und 2015 zeigt eine „schwere“ bis „sehr schwere“ Lesbarkeit der Angaben in den untersuchten Ländern. Soweit diese wahrgenommene Unverständlichkeit nicht systemimmanent ist, können sich Unternehmen durch eine adressatenspezifische und verständlichere Finanzberichterstattung einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Artikel-Inhalt

  • I. Einleitung
  • II. Verständlichkeit, das Konzept der Lesbarkeit und Stand der Forschung
    • 1. Sicht der IFRS und dessen Grenzen
    • 2. Ansätze zur Quantifizierung von Lesbarkeit
    • 3. Empirische Erkenntnisse
  • III. Empirische Untersuchung
    • 1. Datengrundlage und Vorgehen
    • 2. Ergebnisse
    • 3. Zwischenfazit
  • IV. Diskussion
    • 1. Methodische Einschränkungen
    • 2. Notwendige Komplexität vs. mögliche Vereinfachungen
  • V. Zusammenfassung

I.Einleitung

Sowohl die „Simplification Initiative“ des FASB als auch die „Disclosure Initiative“ des IASB zielen auf eine Verbesserung und Vereinfachung der Finanzberichterstattung „von oben“, d.h. durch materielle Änderungen in den zugrunde liegenden Standards. Somit sollen Kosten und Komplexität für alle Nutzer der Standards gesenkt werden. Während die Bilanzersteller insb. eine mögliche Überfrachtung mit unnötigen Informationen kritisieren (sog. information overload), vermissen die Bilanzleser (Stakeholder) gleichzeitig wesentliche Informationen. Aus Sicht der Unternehmen stellt sich die Frage, wie den Stakeholdern der Zugang zu relevanten Informationen möglichst einfach gestattet werden kann. Empirische Befunde (vgl. Abschn. II.3.) zeigen, dass Investoren möglichst einfach lesbare und prägnante Finanzinformationen honorieren. Präsentation und Formulierung der Angaben sind folglich wesentliche Bausteine der Investor Relations. Dies gilt umso mehr auf zunehmend international integrierten

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Version: rc-3.1.26831 (Handelsblatt Fachmedien_KOR)
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