KoR IFRS
Kapitalmarktorientierte Rechnungslegung
Stand: Dezember 2017

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KOR vom 01.12.2017, Heft 12, Seite 526 - 533, KOR1255329
KoR > Aufsatz

Wie deutsche Unternehmen über den bevorstehenden Brexit berichten

– Eine empirische Analyse von Unternehmen des HDAX und SDAX –

Prof. Dr. Klaus Henselmann / Andreas Seebeck, M.Sc. / Sabine Braunmiller, B.A.

Prof. Dr. Klaus Henselmann ist Inhaber des Lehrstuhls für Rechnungswesen und Prüfungswesen an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Andreas Seebeck, M.Sc., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am oben genannten Lehrstuhl.

Sabine Braunmiller, B.A., ist ehemalige Studentin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Die Ergebnisse der im vorliegenden Beitrag durchgeführten Analyse zeigen, dass die Brexit-Berichterstattung in den Geschäftsberichten von Unternehmen des HDAX und SDAX zwischen 2015 und 2016 deutlich intensiviert wurde. Dennoch werden einige Schwächen insb. in der Lageberichterstattung offenbart: darunter eine mangelnde Chancenberichterstattung sowie eine Überlagerung von unternehmensindividuellen Prognosen durch überwiegend gesamtwirtschaftliche/branchenspezifische Berichterstattungen. Weiterhin zeigen die Ergebnisse einer Sentimentanalyse, dass die Stimmung, mit der die Unternehmen über den Brexit berichten, in 2016 weniger pessimistisch ist als in 2015.

Artikel-Inhalt

  • I. Einleitung
  • II. Institutioneller Rahmen und Lageberichterstattung deutscher Unternehmen
    • 1. Institutioneller Rahmen
    • 2. Quantität und Qualität der Lageberichterstattung deutscher Unternehmen
  • III. Empirische Analyse
    • 1. Zielstellung und Datengrundlage
    • 2. Ergebnisse der Untersuchung
  • IV. Zusammenfassung

I.Einleitung

Am 23.06.2016 stimmte eine knappe Mehrheit des britischen Volks für einen Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU. Nach über 40 Jahren Mitgliedschaft wird das UK die EU damit gem. Art. 50 Abs. 3 EUV voraussichtlich Ende März 2019 verlassen.

Neben dem UK selbst profitieren aktuell auch Unternehmen mit Sitz in anderen EU-Ländern, insb. solche in exportstarken Nationen wie Deutschland, von diversen Vorteilen eines gemeinsamen EU-Binnenmarkts. Das UK ist Deutschlands fünftwichtigster Handelspartner, mit dem im Jahr 2016 aus deutscher Sicht der höchste Exportüberschuss erwirtschaftet wurde. Zudem ist es das zweitgrößte Zielland deutscher Direktinvestitionen. Entsprechend ist zu erwarten, dass der bevorstehende Brexit auch auf viele deutsche Unternehmen und deren Finanzberichterstattung erhebliche Auswirkungen haben wird. Diese sind bislang jedoch noch schwer abschätzbar. Sie hängen wesentlich von dem zukünftigen institutionellen Verhältnis zwischen der EU und dem UK ab, welches

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Version: rc-3.1.26831 (Handelsblatt Fachmedien_KOR)
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